Eine violette Kartoffel, die auf der Internationalen Raumstation (ISS) sprießt, hat die Aufmerksamkeit des Internets auf sich gezogen, nachdem der Astronaut Don Pettit Bilder seines unkonventionellen Weltraumgartens geteilt hat. Die ersten Reaktionen reichten von Alarm – einige Benutzer machten Witze über außerirdische Lebensformen – bis hin zu Erstaunen, als sie erfuhren, dass es sich bei dem „grotesken“ Gewächs einfach um eine Kartoffel handelte, die sprießt.
Das Spudnik-1-Projekt
Pettit, der älteste aktive Astronaut der NASA, hat während seiner Langzeitmissionen den Anbau von Pflanzen im Weltraum als persönliches Hobby betrieben. Die violette Kartoffel, scherzhaft „Spudnik-1“ genannt, wird hydroponisch angebaut, was bedeutet, dass sie in nährstoffreichem Wasser und nicht in Erde gedeiht. Diese Methode führt zusammen mit der Mikrogravitation dazu, dass die Kartoffel Sprossen („Augen“) entwickelt, die nach Pflanzflächen suchen. Der auf den Fotos sichtbare weiße Fleck ist lediglich ein Klettverschluss, mit dem die Kartoffel in ihrem Terrarium befestigt wird.
Eine Geschichte des Weltraumgartenbaus
Pettit ist nicht der Erste, der mit der Landwirtschaft außerhalb der Erde experimentiert. Insbesondere Kartoffeln stehen seit den 1990er Jahren im Mittelpunkt der Weltraumforschung, wie das Buch „The Martian“ zeigt, da sie im Verhältnis zu ihrem Gewicht einen hohen Nährwert haben. Vor Spudnik-1 hat Pettit auf früheren ISS-Missionen Erdnüsse, Zucchini, Brokkoli, Sonnenblumen, Basilikum und Tomatensetzlinge angebaut – und dabei sogar Ohrstöpsel als provisorische Pflanzgefäße verwendet.
Warum Space Gardening wichtig ist
Der Anbau von Pflanzen im Weltraum ist nicht nur ein skurriles Hobby; Es befasst sich mit kritischen Herausforderungen für Langzeitmissionen. Frische Produkte liefern wichtige Vitamine und reduzieren die Abhängigkeit von abgepackten Lebensmitteln. Allerdings reifen Pflanzen in der Mikrogravitation langsamer und die genauen Ursachen werden noch untersucht. Pettit stellt fest, dass die Strahlenexposition das Kartoffelwachstum offenbar nicht beeinträchtigt, ein beruhigendes Ergebnis für zukünftige Weltraumsiedlungen.
„Es gibt nichts Schöneres als den Geruch von lebendigem Grün in diesem Wald aus technischen Maschinen“, schrieb Pettit in einem inzwischen entfernten NASA-Blog und unterstrich damit die psychologischen Vorteile, die es mit sich bringt, die Natur in die raue Umgebung des Weltraums zu bringen.
Die laufenden Experimente, einschließlich Spudnik-1, zeigen, dass eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion im Orbit möglich ist, obwohl weitere Forschung erforderlich ist, um die Wachstumsbedingungen zu optimieren. Die langfristigen Auswirkungen der Weltraumgärtnerei reichen bis zur Ermöglichung der Selbstversorgung künftiger Mond- und Marskolonien.
