Forscher haben das Kassettenformat mit synthetischer DNA als Speichermedium wiederbelebt und so eine beispiellose Datendichte erreicht, die herkömmliche digitale Methoden in den Schatten stellt. Die an der Southern University of Science and Technology in Guangdong, China, entwickelte Innovation ermöglicht die Speicherung der gesamten aufgenommenen Musik auf nur 100 Metern Band. Das ist nicht nur Nostalgie; Es ist ein Fortschritt in der langfristigen Datenspeicherung.
Die Wissenschaft hinter dem Durchbruch
Herkömmliche Kassettenbänder nutzen magnetische Partikel, um Informationen zu kodieren. Die neue Methode ersetzt dies durch DNA-Moleküle, bei denen die Reihenfolge der vier Nukleotidbasen (Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin) digitale Daten als Binärcode darstellt. Dies ermöglicht die Speicherung von etwa 36 Petabyte – das entspricht 36.000 Terabyte Festplatten – auf einem einzigen Band.
Der Hauptvorteil der DNA ist ihre Stabilität und Dichte; DNA kann unter geeigneten Bedingungen Jahrhunderte lang haltbar sein, im Gegensatz zu magnetischer oder Flash-Speicherung, die mit der Zeit abgebaut wird.
Über die Kapazität hinaus: Die unerwartete Auswirkung
Der leitende Forscher des Projekts, Xingyu Jiang, stellte fest, dass die Reaktion weitaus umfassender ausgefallen sei als erwartet. „Viele Menschen schrieben uns, dass die Arbeit sie dazu inspirierte, auf neue Weise über Daten, Biologie und Technologie nachzudenken.“ Die Wiederbelebung der Kassette ist nicht nur eine wissenschaftliche Leistung; Es ist ein kultureller Moment, der Kreativität in allen Disziplinen anregt.
Der Weg zur Kommerzialisierung
Das Team konzentriert sich nun auf die Entwicklung eines funktionellen Lese-/Schreib-„Kopfes“, der mit dem DNA-Band interagieren kann. Der aktuelle Prototyp umfasst die chemische Verarbeitung der DNA in einer Reaktionskammer, das Ziel ist jedoch ein optimiertes, kommerziell nutzbares Gerät. Jiang schätzt, dass die DNA-Kassette innerhalb von fünf Jahren verfügbar sein könnte.
„Für uns ging es beim DNA-Kassettenprojekt immer um mehr als nur die Speicherkapazität. Es geht darum, neu zu erfinden, wie Informationen in physischer, sogar biologischer Form leben können“, sagt Jiang.
Das Wiederauftauchen der Kassette als DNA-basierte Speicherlösung unterstreicht das Potenzial biologischer Medien, den wachsenden Anforderungen an die langfristige Datenarchivierung mit hoher Dichte gerecht zu werden. Diese Technologie bietet eine überzeugende Alternative zu herkömmlichen Methoden und verspricht eine Zukunft, in der Daten nicht nur gespeichert, sondern konserviert werden.
