Neues Medikament verspricht, Alzheimer zu verlangsamen, bevor Symptome auftreten

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Neues Medikament verspricht, Alzheimer zu verlangsamen, bevor Symptome auftreten

Bahnbrechende Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein neues Medikament, NU-9, das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit in ihren frühesten Stadien stoppen könnte, noch bevor spürbare Symptome auftreten. Die von einem Team der Northwestern University veröffentlichten Ergebnisse bieten einen potenziellen präventiven Ansatz für eine Krankheit, die in der Vergangenheit schwer zu behandeln war, sobald sie sich etabliert hat.

Das Problem mit aktuellen Alzheimer-Behandlungen

Die Alzheimer-Krankheit schreitet oft jahrzehntelang voran, bevor sie diagnostiziert wird, wobei die Hirnschädigung zu diesem Zeitpunkt bereits groß und irreversibel ist. Die meisten klinischen Studien, die auf die Krankheit abzielten, scheiterten, weil sie zu spät begannen und versuchten, bereits verfestigte Schäden rückgängig zu machen. Diese neue Forschung umgeht dieses Problem, indem sie sich eher auf Prävention als auf Heilung konzentriert.

Wie NU-9 funktioniert

Das Medikament, das an Alzheimer-Mausmodellen getestet wurde, zielt auf toxische Amyloid-Beta-Oligomere ab – schädliche Proteinklumpen, die sich im Gehirn ansammeln und vermutlich Entzündungen und neuronale Schäden auslösen. NU-9 reduziert diese Oligomere nachweislich und sorgt so dafür, dass wichtige Gehirnunterstützungszellen, sogenannte Astrozyten, in einem gesünderen und ruhigeren Zustand bleiben.

  • Dabei geht es nicht nur darum, vorhandene Plaque zu entfernen; Es geht darum, die anfängliche Kaskade von Ereignissen zu verhindern, die zur Neurodegeneration führt.

Die Entdeckung von ACU193+

Die Studie enthüllte auch einen bisher unbekannten Subtyp des Amyloid-Beta-Oligomers mit der Bezeichnung ACU193+. Forscher fanden heraus, dass sich dieses spezifische Oligomer zu Beginn des Krankheitsprozesses an Astrozyten bindet und möglicherweise Überaktivität und schädliche Entzündungen auslöst.

Durch die gezielte Bekämpfung von ACU193+ und anderen Oligomeren könnte NU-9 diesen Zyklus unterbrechen, bevor er außer Kontrolle gerät.

Implikationen für die Frühdiagnose

Diese Forschung unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Früherkennung. Wissenschaftler entwickeln Bluttests, um Biomarker der Alzheimer-Krankheit zu identifizieren, Jahre bevor Symptome auftreten. Wenn diese Diagnostik zuverlässig wird, könnte NU-9 präventiv an Hochrisikopersonen verabreicht werden, ähnlich wie cholesterinsenkende Medikamente eingesetzt werden, um das Risiko einer Herzerkrankung zu verringern.

„Wenn jemand einen Biomarker hat, der auf die Alzheimer-Krankheit hinweist, könnte er mit der Einnahme von NU-9 beginnen, bevor Symptome auftreten“, sagt der Neurobiologe William Klein.

Nächste Schritte und Vorsichtsmaßnahmen

Das Team testet NU-9 derzeit an Tieren in späteren Stadien der Alzheimer-Progression, um zu sehen, ob es noch Wirksamkeit zeigt. Klinische Studien am Menschen sind das ultimative Ziel, können aber erst nach gründlichen Tierversuchen beginnen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Beta-Amyloid zwar stark an Alzheimer beteiligt ist, es jedoch möglicherweise nicht die alleinige Ursache ist. Bei der Krankheit handelt es sich wahrscheinlich um ein komplexes Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Faktoren. Diese Studie stellt jedoch einen bedeutenden Fortschritt beim Verständnis der frühen Stadien der Krankheit und der Entwicklung möglicher Präventionsmaßnahmen dar.

Diese Forschung bietet einen Hoffnungsschimmer, dass Alzheimer eines Tages beherrschbar sein könnte, nicht als unheilbarer Rückgang, sondern als vermeidbare Erkrankung.