In einem historischen Schritt für die bemannte Weltraumforschung sind die vier Astronauten an Bord der NASA-Mission Artemis II offiziell weiter von der Erde entfernt als jeder Mensch in der Geschichte.
Am Montagnachmittag übertraf die Besatzung – Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen – den langjährigen Rekord der Apollo-13-Mission aus dem Jahr 1970. Die Besatzung steuert derzeit die Orion-Raumsonde auf einen Mondvorbeiflug zu, der sie hinter den Mond führen und einen Blick auf die Mondrückseite ermöglichen wird, die jahrzehntelang den menschlichen Augen verborgen geblieben war.
Den Apollo-Rekord brechen
Um 13:56 Uhr Am Montag um 17:00 Uhr (ET) überschritt die Besatzung die 248.655-Meilen-Marke und übertraf damit die Distanz, die die Apollo-13-Besatzung vor über 55 Jahren zurückgelegt hatte. Die Mission wird voraussichtlich um 19:07 Uhr ihre maximale Distanz von etwa 252.760 Meilen erreichen. ET, als die Raumsonde ihre Schleife um den Mond beginnt.
Dieser Meilenstein ist nicht nur eine numerische Leistung; Es ist das erste Mal seit 1972, dass sich Menschen so tief in den Weltraum vorwagen. Obwohl es sich bei der Artemis-II-Mission nicht um eine Landemission handelt, dient sie als wichtiger „Testflug“ für die Lebenserhaltungssysteme und -technologien, die für die künftige Erforschung des Mondes und des Mars erforderlich sind.
Die Mondrückseite und der Funkausfall
Wenn die Mission in die nächste Phase eintritt, werden die Astronauten eine Phase der Isolation erleben, die als Radio-Blackout bekannt ist.
- The Blackout: Beginn um 18:44 Uhr. ET wird der Mond die Funksignale zwischen der Erde und der Raumsonde Orion physisch blockieren. Die Besatzung wird etwa 41 Minuten lang keinen Kontakt zur Missionskontrolle haben.
- Sicherheitsmaßnahmen: NASA-Beamte betonen, dass dies ein routinemäßiger Teil des Mondfluges ist. Um die Sicherheit zu gewährleisten, nutzt die Besatzung eine Flugbahn der „freien Rückkehr“. Das bedeutet, dass selbst wenn die Triebwerke der Raumsonde während des Stromausfalls ausfallen sollten, die Anziehungskraft von Mond und Erde die Kapsel auf natürliche Weise zurück nach Hause führen würde.
- Wissenschaftliche Entdeckung: Sobald sie aus dem Stromausfall herauskommen, wird die Besatzung die Mondrückseite beobachtet haben – eine Region, die im Vergleich zu der Seite, die wir von der Erde aus sehen, durch eine dickere Kruste und eine viel höhere Dichte an Einschlagskratern gekennzeichnet ist.
„Die andere Seite wird heller aussehen als die nahe Seite, weil sie mehr Einschlagskrater hat … sie sieht möglicherweise auch grauer aus“, bemerkte Dr. Julie Stopar vom Lunar and Planetary Institute.
Ein Moment persönlicher Hommage
Neben den anspruchsvollen technischen Manövern bot die Mission auch einen zutiefst menschlichen Moment. Während einer Kommunikationsverbindung mit der Missionskontrolle forderte die Besatzung, dass ein Mondkrater zum Gedenken an Carroll Wiseman, die verstorbene Frau des Missionskommandanten Reid Wiseman, gewidmet werden sollte.
Die Einweihung des „Carroll-Kraters“ diente als eindringliche Erinnerung an die persönlichen Opfer, die die Teilnehmer des Raumfahrtprogramms oft brachten. Der Moment wurde mit einer stillen Hommage der Fluglotsen in Houston quittiert, die die enge Gemeinschaft hervorhob, die Astronauten und ihre Familien unterstützt.
Worauf Sie achten sollten
Im weiteren Verlauf der Mission werden mehrere wichtige Ereignisse erwartet:
1. Nächste Annäherung: Um 19:02 Uhr. ET wird die Orion in einer Höhe von nur 4.070 Meilen am Mond vorbeifliegen.
2. Der „Erdaufgang“: Wenn die Besatzung von der anderen Seite auftaucht, kann sie Zeuge eines Anblicks werden, der an das ikonische Apollo-8-Foto von 1968 erinnert, auf dem die Erde über dem Mondhorizont aufgeht.
3. Sonnenfinsternis: Um 20:35 Uhr. ET erleben die Astronauten eine 53-minütige Sonnenfinsternis, die einen einzigartigen Aussichtspunkt für die Beobachtung der Sonnenkorona bietet.
Schlussfolgerung
Die Artemis-II-Mission markiert einen entscheidenden Übergang von der Apollo-Ära zu einem neuen Zeitalter der Weltraumforschung. Indem diese Crew Distanzrekorde bricht und die Grenzen menschlicher Ausdauer austestet, ebnet sie den Weg für die nächste Generation von Mondforschern.
