Die NASA bereitet sich darauf vor, vier Astronauten auf eine bahnbrechende Mission zur Mondumlaufbahn zu schicken. Dies markiert die weiteste Reise der Menschheit von der Erde seit der Apollo-17-Mission im Jahr 1972. Der Artemis-II-Flug, der später in diesem Jahr geplant ist, wird wichtige Systeme für künftige Mondlandungen testen und stellt einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zu einer dauerhaften Präsenz auf dem Mond dar.
Die Mission und ihre Bedeutung
Bei dieser Mission handelt es sich nicht um eine Rückkehr zur Landung auf dem Mond, sondern um einen entscheidenden Testflug. Das Hauptziel besteht darin, die Lebenserhaltungssysteme der Orion-Raumsonde und andere wichtige Komponenten im Weltraum zu validieren. Bei Erfolg wird Artemis II den Weg für bemannte Landungen bereits im Jahr 2027 ebnen und die bemannte Monderkundung nach einer jahrzehntelangen Pause wieder in Gang bringen.
Beim Wiederaufleben des Artemis-Programms geht es nicht nur um wissenschaftliche Entdeckungen. Es geht auch um die Erkundung von Ressourcen. Der Mond birgt das Potenzial, gefrorenes Wasser für zukünftige Weltraummissionen abzubauen und Helium-3 zu gewinnen, ein seltenes Isotop, das Fusionskraftwerke antreiben könnte. Dies macht den Mond zu einem wichtigen strategischen Aktivposten für die langfristige Weltraumentwicklung.
Die Hardware: SLS und Orion
Die Mission wird die Space Launch System (SLS)-Rakete der NASA nutzen, ein modernes Äquivalent der Saturn V, die während der Apollo-Ära eingesetzt wurde. Der SLS ist 322 Fuß hoch, wiegt betankt 5,75 Millionen Pfund und kann 60.000 Pfund zum Mond befördern. Diese Rakete ist eine Mischung aus bewährten Technologien der Space Shuttles der 1970er Jahre, aktualisiert mit moderner Technik.
Die Orion-Kapsel wird die Astronauten zur Mondumlaufbahn und zurück befördern. Das Besatzungsmodul wird bei seiner Rückkehr zur Erde im Pazifischen Ozean in der Nähe von San Diego versinken. Das Design von Orion beinhaltet eine „freie Rückkehr“-Flugbahn, was bedeutet, dass das Raumschiff auch bei Ausfällen des Antriebssystems zur Erde zurückkehren kann und so die Sicherheit der Besatzung gewährleistet.
Die Crew: Geschichte im Entstehen
Zur Besatzung der Artemis II gehören drei NASA-Astronauten – Commander Reid Wiseman, Pilot Victor Glover und Missionsspezialistin Christina Koch – allesamt Veteranen der Internationalen Raumstation. Zu ihnen gesellt sich der kanadische Astronaut Jeremy Hansen, der damit das erste Nicht-NASA-Besatzungsmitglied auf einer Mondmission ist.
Victor Glover wird der erste schwarze Astronaut sein, der den Mond umrundet, und Christina Koch die erste Frau. Diese Meilensteine markieren eine neue Ära der Vielfalt in der Weltraumforschung.
Der Weg nach vorne: Artemis III und darüber hinaus
Ursprünglich hatte die NASA geplant, bis Ende 2028 mit Artemis III Astronauten auf dem Mond zu landen. Allerdings haben sich die Pläne geändert. Artemis III wird nun als Testflug in der Erdumlaufbahn dienen und Rendezvous-Manöver mit den Mondlandern von SpaceX und Blue Origin üben. Bei Erfolg könnten Artemis IV und V bereits 2028 Landungen versuchen und damit möglicherweise das Ziel des ehemaligen Präsidenten Trump erreichen, Astronauten vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit zum Mond zurückzubringen.
Die Gesamtkosten für die Entwicklung der SLS-, Orion- und Bodensysteme belaufen sich auf über 50 Milliarden US-Dollar. Jeder SLS/Orion-Start kostet schätzungsweise rund 4,1 Milliarden US-Dollar. Dies unterstreicht den enormen finanziellen Aufwand, der für die Erforschung des Weltraums erforderlich ist.
Die Artemis-II-Mission ist nicht nur eine symbolische Reise; Es ist ein entscheidender Schritt zur Etablierung einer nachhaltigen menschlichen Präsenz über die Erde hinaus. Der Erfolg dieser Mission wird das Tempo und die Richtung der Monderkundung in den kommenden Jahrzehnten bestimmen.
