Forscher nutzen modernste Medizintechnik – insbesondere hochauflösende CT-Scanner und 3D-Druck –, um „virtuelle Autopsien“ an ägyptischen Mumien durchzuführen, die über 2.200 Jahre alt sind. Bei diesem Ansatz geht es nicht nur um historische Neugier; Es ist ein Beweis dafür, wie fortschrittliche Bildgebung unser Verständnis der Vergangenheit verfeinern und Details aufdecken kann, die mit früheren Methoden übersehen wurden.
Enthüllung verborgener Details
Die an der University of Southern California durchgeführte Studie konzentrierte sich auf zwei Mumien: Nes-Hor, ein Priester aus der Zeit um 190 v. Chr., und Nes-Min, die auf die Zeit um 330 v. Chr. zurückdatiert wurde. Die CT-Scans erzeugten 320 Querschnittsbilder pro Rotation und erstellten detaillierte digitale 3D-Modelle ihrer Skelettstrukturen. Laut Summer Decker, Direktorin des Zentrums für Innovation in der medizinischen Visualisierung der Universität, waren diese Modelle „wie ein Laib Brot“ – geschichtete Scheiben, die so gestapelt waren, dass die gesamte Form sichtbar wurde.
Anschließend fertigte das Team lebensgroße Reproduktionen der Wirbelsäule, Schädel und Hüften der Mumien in 3D an, was eine eingehende physikalische Analyse ermöglichte. Die hohe Auflösung der Scans – weniger als einen halben Millimeter dicke Scheiben – deckte Artefakte und Details auf, die bisher unbekannt waren oder im Widerspruch zu bestehenden Aufzeichnungen standen.
Warum das wichtig ist
Das Projekt unterstreicht einen wachsenden Trend in der Archäologie: die Anwendung moderner Medizintechnik auf die historische Forschung. Wie Decker anmerkt, erfordern Fortschritte in der Radiologie die erneute Untersuchung alter Proben mit neuen Werkzeugen. Dabei geht es nicht nur darum, bereits Bekanntes zu bestätigen; es geht darum, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Fähigkeit, diese antiken Überreste zerstörungsfrei zu untersuchen, bietet einen Detaillierungsgrad, der mit herkömmlichen Methoden nicht möglich wäre.
Der Einsatz von CT-Scans und 3D-Druck bei Mumien stellt einen bedeutenden Fortschritt in der archäologischen Methodik dar und bietet eine Möglichkeit, die Vergangenheit zu erforschen, ohne wertvolle Artefakte zu beschädigen. Dieser Ansatz wird zweifellos unser Verständnis der antiken Gesundheits-, Verletzungs- und Bestattungspraktiken verändern.





















