Die jahrhundertelange Jagd nach Mauretaniens verlorenem Meteoriten

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Seit über einem Jahrhundert verfolgen Entdecker, Wissenschaftler und Schatzsucher die Legende eines riesigen Meteoriten, der Berichten zufolge in der mauretanischen Sahara gesichtet wurde. Die Geschichte begann 1916 mit Gaston Ripert, einem französischen Armeekapitän, der sich in der abgelegenen Stadt Chinguetti erholte. Als er lokale Geschichten über ein riesiges „Eisen Gottes“ hörte, das in den Dünen vergraben war, begab er sich auf eine Expedition, die von einem widerstrebenden Einheimischen geleitet wurde, der auf Geheimhaltung bestand.

Ripert beschrieb eine etwa 100 Meter breite metallische Klippenwand, die vom vom Wind verwehten Sand glatt geschliffen wurde und in der sich unter den Dünen eine unbekannte dritte Dimension verbirgt. Er sammelte eine Probe, die später als echter Meteorit bestätigt wurde – genauer gesagt von einem seltenen Typ namens Mesosiderit. Diese Entdeckung löste großes Interesse aus, da das Eisen Gottes, wenn es real wäre, jeden jemals gefundenen Meteoriten in den Schatten stellen würde.

Die schwer fassbare Suche

Trotz jahrzehntelanger Suche ist der Meteorit immer noch schwer zu finden. Frühe Versuche wurden durch vage Anweisungen von Ripert, wechselnde Berichte und die sich ständig verändernde Wüstenlandschaft behindert. Der Mann, der Ripert führte, bestand darauf, den Ort geheim zu halten, und reiste möglicherweise mit verbundenen Augen. Spätere Expeditionen stützten sich auf Riperts Aufzeichnungen, die über eine grobe Schätzung von 45 Kilometern südwestlich von Chinguetti hinaus kaum Informationen lieferten.

Theodore Monod, ein Naturforscher und ehemaliger Priester, widmete sich jahrzehntelang der Jagd und unternahm zahlreiche Kamelexpeditionen. Er kam schließlich zu dem Schluss, dass Ripert einen felsigen Hügel mit dem Meteoriten verwechselte, eine Theorie, die von einigen, die Riperts wissenschaftlichen Hintergrund kannten, zurückgewiesen wurde. Moderne Versuche mit Magnetometern und Isotopenanalyse führten zu nicht schlüssigen Ergebnissen. Einige Wissenschaftler glauben, dass der Meteorit nie in der beschriebenen Form existiert hat, und verweisen auf Berechnungen, die darauf hindeuten, dass kein Asteroid in dieser Größe den Eintritt in die Atmosphäre überleben könnte.

Neue Hoffnung durch eineiige Zwillinge

Die jüngste Arbeit eineriiger Zwillinge – Robert, ein Ingenieur, und Stephen, ein Astrophysiker – hat die Suche neu entfacht. Robert stieß bei seiner Arbeit in Mauretanien auf die Legende und sammelte akribisch Daten, darunter Satellitenbilder und historische Berichte. Stephen brachte seine wissenschaftliche Skepsis und sein analytisches Fachwissen ein, um potenzielle Standorte einzugrenzen. Die Zwillinge glauben, dass systematische Magnetometeruntersuchungen nicht effektiv durchgeführt wurden, und sie haben zwei plausible Bereiche identifiziert, in denen der Meteorit vergraben sein könnte.

Warum es wichtig ist

Bei der Jagd nach dem Eisen Gottes geht es nicht nur darum, einen massiven Stein zu finden. Meteoriten bieten unschätzbare Einblicke in die Geschichte des Sonnensystems. Insbesondere Mesosiderite geben Aufschluss über Asteroidenkollisionen und Planetenentstehung. Wenn Riperts Bericht zutrifft, stellt der Meteorit eine beispiellose Gelegenheit dar, einen massiven Weltraumfelsen aus der Nähe zu untersuchen. Die Geschichte unterstreicht auch die anhaltende menschliche Faszination für das Unbekannte und die Anstrengungen, die Menschen unternehmen werden, um seine Geheimnisse zu lüften.

Die Zwillinge bereiten eine weitere Expedition vor, um ihre besten Standorte zu erkunden, ausgerüstet mit neuen Daten und einem neuen Sinn für Zielstrebigkeit. Ob das Eisen Gottes wirklich existiert, bleibt eine offene Frage, aber mit jedem Schritt näher rückt die Legende schärfer in den Fokus.