Ornithologen haben die Existenz einer bisher unbekannten Vogelart in den abgelegenen bewaldeten Karstregionen Papua-Neuguineas bestätigt. Die mit automatisierten Kamerafallen gemachte Entdeckung führt ein neues Mitglied in die Gattung Ptilorrhoa ein – allgemein bekannt als Juwelenschwätzer – eine Gruppe, die nur auf Neuguinea und den umliegenden Inseln vorkommt.
Identifizierung einer versteckten Art
Juwelenschwätzer sind kleine, am Boden lebende Insektenfresser, die sich durch ihren rundlichen Körper, ihre kurzen Flügel und ihre markanten Abzeichen auszeichnen: eine schwarze Maske, einen kontrastierenden Hals- oder Wangenfleck und ein weiches, oft blaues oder kastanienbraunes Gefieder. Aufgrund ihrer schüchternen Natur und ihrer Vorliebe für dichte Waldinnenräume sind diese Vögel typischerweise häufiger zu hören als zu sehen.
Derzeit sind vier Juwelenschwätzerarten bekannt, die jeweils in unterschiedlichen Höhenlagen in Neuguinea vorkommen. Der Blaue Juwelenschwätzer gedeiht im Tiefland, der Kastanienbraune in den Hügeln und der Gefleckte in Bergwäldern. Ein vierter, der Braunköpfige Juwelenschwätzer, ist im Nordosten von Papua-Neuguinea und auf der Insel Yapen fragmentiert verbreitet.
Durchbruch bei der Kamerafalle
Die neue Art mit dem Namen Juwelenschwätzer mit Kapuze (Ptilorrhoa urrissia ) wurde erstmals 2017 im Rahmen einer Langzeitstudie mit Kamerafallen auf dem Iagifu Ridge in der Southern Highlands Province beobachtet. Im Laufe von 1.800 Kameratagen haben die Forscher 94 Fotos und sieben Videos des Vogels aufgenommen und damit seine Unterscheidung von bekannten Ptilorrhoa -Formen bestätigt. Trotz intensiver Suche gelang es den Forschern bis 2024 nicht, den Vogel physisch zu fangen.
Begrenzte Population und Lebensraum
Der vermummte Juwelenschwätzer scheint ein ständiger Bewohner des Iagifu Ridge zu sein und wurde seit sieben Jahren regelmäßig gesichtet. Die geschätzte Gesamtpopulation ist außergewöhnlich klein, wahrscheinlich weniger als zehn Individuen. Beobachtungen deuten auf eine soziale Struktur von Paaren oder kleinen Familiengruppen hin, ähnlich wie bei anderen Juwelenschwätzern.
Forscher gehen davon aus, dass die Art isolierte, niedrig gelegene Berglebensräume bewohnen könnte, die über den Süden Papua-Neuguineas verteilt sind, möglicherweise zwischen den Bergen Bosavi und Karimui. Die Vögel scheinen weniger laut zu sein als andere Juwelenschwätzer und zeigen ein Verhalten, das eher den Bergarten ähnelt.
Bedrohungen für das Überleben
Der Juwelenschwätzer mit Kapuze ist einer Reihe von Bedrohungen ausgesetzt, darunter einheimische Raubtiere wie Quolle, Dasyures und Raubvögel. Außerirdische Raubtiere, insbesondere Hauskatzen und -hunde, stellen ebenfalls ein erhebliches Risiko dar. Sein Überleben wird zusätzlich durch die drohende Gefahr des Klimawandels erschwert, der niedrig gelegene Arten mit eingeschränkter Ausbreitungsfähigkeit unverhältnismäßig stark beeinträchtigen könnte.
Die Entdeckung wurde am 26. November 2025 offiziell in der Zeitschrift Ibis veröffentlicht. Der Juwelenschwätzer mit der Kapuze ist ein Beweis für die verborgene Artenvielfalt Neuguineas, doch seine Zukunft bleibt angesichts des Drucks sowohl durch natürliche als auch durch Menschen verursachte Bedrohungen ungewiss.
