Am schnellsten rotierender Asteroid entdeckt: Ein neuer Rekord im Weltraum

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Astronomen haben einen Asteroiden identifiziert, der sich mit beispielloser Geschwindigkeit dreht und eine vollständige Umdrehung in weniger als zwei Minuten durchführt. Die Entdeckung, die während eines Testlaufs am Vera C. Rubin-Observatorium in Chile gemacht wurde, stellt bestehende Theorien über die Struktur und Entstehung von Asteroiden in Frage. Dieser 8 Fuß große Weltraumfelsen mit der Bezeichnung 2025 MN45 befindet sich im Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

Bestehende Theorien in Frage stellen

Jahrzehntelang glaubten Wissenschaftler, dass Asteroiden, die größer als ein paar hundert Meter sind, durch die Schwerkraft lose zusammengehalten würden und dass eine übermäßige Rotation dazu führen würde, dass sie auseinanderbrechen. Diese „Spin-Barriere“ deutete auf eine minimale Rotationszeit von etwa zwei Stunden hin. Die ersten Beobachtungen des Rubin-Observatoriums zeigen jedoch, dass mindestens neunzehn neu identifizierte Asteroiden diese Grenze überschreiten, wobei drei, darunter 2025 MN45, in weniger als fünf Minuten rotieren.

Was macht diesen Asteroiden einzigartig?

Um solch einer schnellen Rotation ohne Zerfall standzuhalten, muss 2025 MN45 aus festem Gestein und nicht aus einem losen Trümmerhaufen bestehen. Forscher spekulieren, dass es sich um ein dichtes Kernfragment eines größeren, inzwischen zerstörten Asteroiden handeln könnte, der durch eine heftige kosmische Kollision herausgerissen wurde. Die Rotationsgeschwindigkeit des Asteroiden entspricht für jeden hypothetischen Beobachter, der auf seiner Oberfläche steht, etwa 45 Meilen pro Stunde.

Implikationen für die Planetenwissenschaft

Die Entdeckung von 2025 MN45 und anderen sich schnell drehenden Asteroiden legt nahe, dass Kollisionen möglicherweise nicht der einzige Mechanismus sind, der zu extremen Rotationsgeschwindigkeiten in diesen Himmelskörpern führt. Dieser Befund könnte unser Verständnis der Asteroidenentwicklung, der inneren Zusammensetzung und der chaotischen Geschichte des frühen Sonnensystems verändern. Es wird erwartet, dass das Vera-C.-Rubin-Observatorium, sobald es voll funktionsfähig ist, noch viele weitere solcher Anomalien aufdecken wird.

Eine neue Ära der Asteroidenforschung

Die Fähigkeit des Rubin-Observatoriums, den gesamten Südhimmel wiederholt zu scannen, revolutioniert die Asteroidenforschung. Erste Daten deuten bereits darauf hin, dass die Asteroidenpopulation weitaus vielfältiger ist als bisher angenommen. Mit der Ausweitung der Umfrage rechnen Astronomen mit einer Flut neuer Entdeckungen, die möglicherweise Lehrbücher über Planetenentstehung und Asteroidenverhalten neu schreiben werden.

„Es wäre ziemlich schwierig, den Mutterkörper dieses am schnellsten rotierenden Asteroiden zu bestimmen“, sagte die Astronomin Sarah Greenstreet, „aber es ist auch durchaus möglich, dass sein Mutterkörper katastrophal zerstört wurde.“

Die Existenz solch schneller Rotatoren deutet auf bisher unbekannte Prozesse im frühen Sonnensystem hin. Das Rubin-Observatorium fängt gerade erst an, die verborgene Komplexität dieser alten Bausteine ​​der Planeten zu enthüllen.