
Sie begann als Geigerin. Sie wurde zu einem der rätselhaftesten Stars Hollywoods. Alla Nazimova überquerte nicht nur den Atlantik; Sie durchquerte Kulturen, Sprachen und Epochen und wurde zu einer prägenden Kraft in der Unterhaltungsbranche des frühen 20. Jahrhunderts.
Als Alla Leventon 1879 in Jalta auf der Krim geboren, gehörte sie zur künstlerischen Elite des Russischen Reiches. Mit 17 brach sie ihre Geigenausbildung ab. Die Bühne rief lauter. Sie zog nach Moskau und vertiefte sich in die revolutionäre Arbeit von V.I. Nemirowitsch-Dantschenko und Konstantin Stanislawski. Das Moskauer Kunsttheater wurde zu ihrem Klassenzimmer. Aber die Tourneen in der Provinz und die Paul Orleneff Company in St. Petersburg boten ihr die wahre Herausforderung.
Dann kam 1905. Die Vereinigten Staaten.
Hier ist der Clou: Nazimova sprach kein Englisch.
Sie betrat die Umlaufbahn der Shubert-Brüder und verzauberte sie trotzdem. Sie haben einen Deal gemacht. Lernen Sie die Sprache in sechs Monaten oder gehen Sie nach Hause. Sie hat gelernt. Sie eröffnete am 13. November 1906 in Hedda Gabler. Ungefähr zu dieser Zeit gab sie Leventon für Nazimova auf – einen Namen, der exotisch, europäisch und teuer klang.
Die Ibsen-Königin am Broadway
Ihr Durchbruch war kein Glück. Es war Intensität. Nazimova hat nicht nur gespielt; sie bewohnte ihre Charaktere. In den nächsten zwei Jahren wurde sie zum Synonym für Henrik Ibsens unruhige Heldinnen.
- Ein Puppenhaus als Nora.
- Die Wildente als Hedwig.
- Der Baumeister als Hilda.
Das Publikum hat es aufgegessen. Die Shuberts waren von ihrer Anziehungskraft so überzeugt, dass sie einen maßgeschneiderten Veranstaltungsort in Auftrag gaben. Am 18. April 1910 öffnete das Nazimova-Theater seine Pforten. Sie spielte Rita Allmers in Little Eyolf. Sie hatte ihr eigenes Theater.
Hollywoods exotischer Export
Erfolg bedeutet in New York normalerweise den Ruhestand. Für Nazimova bedeutete es Hollywood. Zwischen 1915 und 1925 spielte sie in 17 Filmen mit. Es war eine gemischte Mischung.
Einige waren Potboiler. Kriegsbräute (1916). Herz eines Kindes (1920). Dabei handelte es sich um Geldraub, um aus ihrem Ruhm Kapital zu schlagen, statt ihr Talent herauszufordern. Sie brachte ihr Bühnenprestige aber auch auf die Leinwand.
Zu ihrem bemerkenswertesten Werk aus der Stummfilmzeit gehört das romantische Drama „Camille“ aus dem Jahr 1921, in dem sie neben Rudolph Valentino, dem größten Frauenschwarm der Ära, die Hauptrolle spielte. Dann war da noch Salomé (1922). Es handelte sich um eine Adaption des Stücks von Oscar Wilde, das aufwendig, kontrovers und visuell atemberaubend war. Nazimova spielte darin nicht nur die Hauptrolle. Sie führte gemeinsam mit Charles Bryant Regie. Sie kontrollierte die Erzählung.
Rückkehr auf die Bühne und spätere Jahre
Hollywood hielt sie nicht ewig fest. 1928 kehrte sie nach New York zurück. Sie spielte Madame Ranevsky in Eva Le Galliennes Inszenierung von Anton Tschechows „Der Kirschgarten“. 1927 wurde sie US-amerikanische Staatsbürgerin und festigte damit ihren Platz in der amerikanischen Kultur.
Ihre Bühnenkarriere verblasste nicht. Sie schuf Originalrollen in Eugene O’Neills „Mourning Becomes Electra“ (1931) und Pearl Bucks „The Good Earth“ (1932). Sie ließ Ibsens „Gespenster“ 1935 und „Hedda Gabler“ 1936 wieder aufleben. Kritiker waren davon begeistert. Das Publikum strömte herbei, um die Frau zu sehen, die einem jahrhundertealten Stück Dringlichkeit verleihen konnte.
Mit 60 war sie für einen zweiten Auftritt wieder in Hollywood. Dennoch hatte die Branche ihre Meinung über ihren Typ nicht geändert.
Nazimova galt weithin als die bedeutendste Interpretin von Ibsens Heldinnen. Aber ihr Aussehen – exotisch
















